„Sommertour 2021“ der CDA im Kreis Minden-Lübbecke führte auf den Hof von Rennegarbe/Keßmann in Stemwede-Dielingen.

Das Motto der ersten Station lautete: „Landwirtschaft im Wandel – Direktvermarktung“

Teilnehmer der Bereisung nach erfolgreichem Einkauf.
Teilnehmer der Bereisung nach erfolgreichem Einkauf.
Große Freude herrschte bei über 20 Mitgliedern des CDA-Kreisverbandes, unter denen sich auch diesmal zahlreiche Hiller Mitglieder befanden, beim 1. Termin der traditionellen Sommerbereisung. Auf Grund von Corona musste diese Veranstaltung im Vorjahr leider abgesagt werden und stand auch in diesem Jahr anfangs auf der Kippe.
Unter dem Motto: „Landwirtschaft im Wandel – Direktvermarktung“ besichtigte die Gruppe den Hofladen Rennegarbe/Keßmann in Stemwede-Dielingen.
Dabei wurden die Besucher von MdL Bianca Winkelmann (CDU) fachlich begleitet, die auch agrarpolitische Sprecherin ihrer Fraktion in Düsseldorf ist

CDA-Kreisvorsitzender Günter Obermeier stellte bei der Begrüßung fest, dass der Kreis Minden-Lübbecke bis auf Minden und Bad Oeynhausen sehr ländlich geprägt sei. Gerade die hiesige Landwirtschaft produziere nicht nur wertvolle Lebensmittel, sondern pflegt auch die Kulturlandschaft. Bedauerlich sei, dass das Höfesterben auf Grund von Preisverfall landwirtschaftlicher Produkte eine beängstigende Größenordnung in den Dörfern eingenommen hat. Die damit zusammenhängenden sozialen Verwerfungen im ländlichen Raum sind deshalb auch auf der Tagesordnung der CDA, des sozialen Flügels der CDU. „Wir brauchen eine Bewusstseinsänderung unter den Verbrauchern, die den Wert der Lebensmittel und dadurch die Arbeit der Landwirte wieder mehr schätzt, um nicht langfristig von ausländischen Lebensmitteln abhängig zu sein“, war sein Fazit.

Claudia Keßmann stellte zusammen mit ihrer Mutter Waltraut Rennegarbe und Tochter Nina ihren landwirtschaftlichen Familienbetrieb vor. Auf rund 200 ha werden heimische Pflanzen angebaut und Schweine- und Hühnerhaltung betrieben. Auch einige Schafe werden gehalten. Schon seit Jahrzehnten wird auf dem Betrieb Direktvermarktung praktiziert. Neben Eiern, Schweinefleisch, Wurstprodukten und selbstgekochten Marmeladen werden noch viele andere Nahrungsmittel aus der lokalen Umgebung in dem stilvoll eingerichteten Hofladen an den Endverbraucher verkauft.

Der Betrieb Keßmann beschäftigt nicht nur Personal im Hofladen, sondern ist auch landwirtschaftlicher Ausbildungsbetrieb. „Wir können nur langfristig überleben, wenn wir für unsere Produkte kostendeckende Preise bekommen. Gerade die vielen Auflagen und immer wieder neue Verordnungen bringen uns wettbewerbsmäßig auf die Verliererstraße. Uns fehlt Planungssicherheit! Selbst die junge Generation hat keine Zukunftsperspektive und schaut sich nach außerlandwirtschaftlichen Alternativen um. Werden wir uns in Zukunft nur noch von ausländischen Produkten ernähren?“, gab Claudia Keßmann zu bedenken.

Die Gruppe nutzte die Gelegenheit zum Einkauf und ließ den informativen Nachmittag mit einem Umtrunk im Biergarten des benachbarten „Alten Gasthauses Vahrenholt“ ausklingen.

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